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Konversion der Königin Marie

 

‚Ich bat Gott recht, mich zu erleuchten und mir zu zeigen, ob das wirklich für mich der vorgezeigte Weg sei’, schrieb Königinmutter Marie über ihre Konversion zum Katholizismus.

Am 12. Oktober 1874, dem Montag nach dem Colomansfest, fand das denkwürdige Ereignis in der Pfarrkirche Waltenhofen statt in Anwesenheit hoher Hofbeamter und ihres Gefolges. Ein gebürtiger Allgäuer und enger Vertrauter der Königin vollzog die bewegende Zeremonie, Daniel Bonifatius von Haneberg, Abt des Benediktinerklosters St Bonifaz in München und Bischof von Speyer. Neben Marie kniete ihr jüngerer Sohn Otto, dessen Zustand sich in diesen Jahren zusehends verschlechterte. Ludwig war nicht anwesend.

Pfarrer Berchtold berichtete in allen Einzelheiten über den ‚hochwichtigen und freudenreichen Tag‘. Das Volk sollte erst nachträglich davon erfahren, und so brannten am Sonntag darauf Freudenfeuer auf den Bergen. Am 23. Oktober empfing Marie die erste Hl. Kommunion und der Augsburger Bischof Pankratius von Dinkel spendete ihr die Firmung.

Nachdem Marie mit 39 Jahren Witwe geworden war, näherte sich die Protestantin mehr und mehr dem katholischen Glauben an. Sie vertraute sich bei ihren Aufenthalten in Elbigenalp Kaplan Lechleitner als geistlichen Führer an. In jener Zeit, als Sorgen um Ludwigs Veränderung und um Ottos Geisteskrankheit sie bedrückten, entschied sie sich zur Konversion als Gebot ihres Gewissens. Dieser Schritt erregte Aufsehen und auch ihr älterer Sohn, Ludwig II. billigte ihn nicht.

Wenig bekannt ist Maries soziales Engagement, ihr Einsatz für die Abschaffung der Kinderarbeit und für die Armenfürsorge in überkonfessionellen Wohltätigkeitsvereinen. Nach dem Elend des Krieges von 1866 gründete sie zusammen mit König Ludwig II. den ‚Bayerischen Frauenverein vom Roten Kreuz’ und damit das Bayerische Rote Kreuz. Im Krieg von 1870/71 kümmerte sie sich selbst um verwundete Soldaten und richtete in München-Fürstenried ein Lazarett ein. Später besuchte sie dort ihren von Wahnvorstellungen geplagten Sohn Otto. Nach Ludwigs Tod am 13. Juni 1886 erholte sich nicht mehr. ‚Schmerzensmutter’ nannte sie sich in den knapp drei Jahren, die ihr verblieben.

Bild: Gedenkzeichen in der Pfarrkirche Waltenhofen anläßlich der Konversion von Königin Marie. Die Christusfigur ist ein Geschenk der Königin, das Spruchband sagt: Maria Regina Bavariae vid. fidem catholicam professa in ecclesia waltenhovensi 12. Oct. 1874

   

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